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19. 9. - Rundfahrt im Regen

19. 9. - Rundfahrt im Regen
An den Hängen des Strynfjell (Aussicht am nächsten Morgen)

Nach einem leckeren Hotelfrühstück machen wir noch einen kleinen Rundgang durch die Ecken von Bergen, die wir gestern ausgelassen haben; wir laufen entlang des Hafens zum Hurtigrutenkai, durchqueren den Universitätsgarten mit den Glashäusern und erkunden ein Gewirr von Gassen, das sich dahinter den Hügel hinaufzieht. Die Altstadt ist wunderschön und bunt anzusehen. Dann wenden wir uns nach Norden, halten aber kurz darauf schon wieder bei der Hillesvag-Spinnerei an, die idyllisch in einer kleinen Bucht gelegen ist. Wir kommen ins Gespräch mit dem Eigentümer, schauen die großen Kardier- und Spinnmaschinen an und kaufen ein bisschen Garn.

In der Gegend gibt es etliche Wandermöglichkeiten, allerdings nichts Nachmittagfüllendes und das Wetter soll sich in der ganzen Region ziemlich verschlechtern, so dass wir beschließen, ein ganzes Stück nach Norden zu fahren, denn wir wollen noch bis zum Døvrefjell kommen - also fahren wir. Und fahren. Die Strecke ist, soweit man sie sehen kann, wunderschön, teilweise hüllen uns allerdings die Regenwolken wie ein dichter Film ein, so dass wir Berge und Fjorde nur erahnen können. In Skei halten wir an einer Tankstelle für Kaffee und Bratwurst, kaufen unterwegs nochmal Lebensmittel und schauen uns dann hinter Stryn nach einem Schlafplatz um. Die Gegend eignet sich nicht besonders, die Berghänge sind sehr steil und bewaldet und mittlerweile ist es auch schon zu spät am Abend für große Touren, auch wenn es mittlerweile trocken ist und die Reste der Regenwolken nur noch als dekorative Schwaden an den Berghängen kleben.

Bei Erdal wollen wir gern einer Mautstraße bis in die Nähe des Gletschers folgen, aber die Maut kann nur per Vipps oder bar in Kronen entrichtet werden - wir haben weder das eine noch das andere, also fahren wir weiter und sind schon fast darauf eingestellt, in Geiranger ein Hotel aufzusuchen, bis wir an der Straße aufs Strynfjell auf einen kleinen Parkplatz stoßen und einen Weg, der den bewaldeten Hang hinaufführt. Nach kurzer Erkundung sind die Rucksäcke gepackt und wir stiefeln noch ein gutes Stück den Hang hinauf, bis wir mitten in einem Feld mit den größten Heidelbeeren, die ich je gesehen habe, ein ebenes Fleckchen für das Zelt finden.

Wir pflücken noch eine Tasse voll für das morgige Frühstück, dann gibt es Essen - Brokkoli-Tütensuppe mit Würstchen - und Hörbuch, während wir den sehr sparsamen Verkehr auf der Passstraße unter uns beobachten und zusehen, wie die Wolken langsam tiefer kriechen. Als sie uns schließlich eingehüllt haben, wird es Zeit, in die Schlafsäcke zu kriechen.