21. 8. - Flüsse und Inseln
Morgens wachen wir zu einem dramatisch bewölkten Himmel auf. Nach Regen sieht es noch nicht aus, aber gegen Mittag sollten wir hier weg sein, denn dann könnte es nass werden. Wir kochen uns Kaffee und frühstücken das restliche Fladenbrot mit Marmelade - dazu passt die Süße gut -, dann brechen wir auf. Immer wieder spähe ich nach Moschusochsen aus, aber sie lassen sich auch während unseres Rückwegs nicht blicken. Als wir wieder die Kongsvold Fjellstue erreichen, bricht von dort gerade eine Moschusochsensafari auf und eine Regenwand erreicht uns gerade in dem Moment, als wir wieder ins Auto steigen.


Morgens im Døvrefjell
Der Schauer währt allerdings nur kurz und knapp vor Otta halten wir wieder an, um uns die kleine Schlucht Magalaupet anzusehen. Das himmelblaue Wasser rauscht hier mit beeindruckender Kraft zwischen Felswänden hindurch.


Magalaupet
In Otta schlendern wir noch über das Gelände des Freilichtmuseums, das eigentlich geöffnet haben sollte - vielleicht ist der Saisonschluss schon eingeläutet? So können wir die Gebäude nur von außen ansehen, was auch interessant ist.


Die Richtung für den Rest des Nachmittags ist Trondheim. Die Landschaft wird hier zusehends flacher, weniger bergig und mehr von bewaldeten Hügeln geprägt. Wir erkunden noch die vorgelagerten Inseln, die sehr malerisch mit kleinen Häfen, bunten Bootshäuschen und Felsen in der Abendsonne daliegen. Eigentlich wollen wir uns dort irgendwo einen Platz zum Zelten suchen, aber wie häufig auf kleinen Inseln ist gar nicht mal so viel Platz, alles ist ziemlich zivilisiert und ob es nun am angekündigten Regen liegt oder wir von den letzten Zeltplätzen verwöhnt sind, irgendwie sind wir uninspiriert und entscheiden uns schließlich dafür, noch ein Stück Richtung Trondheim zu fahren und im Baardshaug Herregard in Orkanger zu übernachten. In dem prunkvollen Gutshaus beziehen wir ein recht schmuckloses Zimmer, aber die Dusche ist toll und als Bonus steht direkt vor dem Haus - eine Stabkirche. Eine Stabkirche? Komplett mit Drachengiebeln und allem drum und dran.
Ich finde heraus, dass die Kirche 1893 vom damaligen Hausherrn für die Weltausstellung in Chicago gebaut und dort auch gezeigt wurde. Danach stand das Gebäude für über 120 Jahre in Wisconsin, bis 2014 ein Nachkomme eines Mannes, die mit an der Kirche gebaut hatten, erfolgreich Geld dafür sammelte, das Gebäude wieder zurück nach Orkanger bringen zu lassen, wo es nun, hübsch restauriert, steht.
