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23. 8. - Nach Røros schwimmen mit Tiersichtungen

23. 8. - Nach Røros schwimmen mit Tiersichtungen
Trondheim

In der Nacht wache ich auf, als kräftig der Regen auf das Zelt prasselt. Was ich allerdings verschlafe, ist das Schafgrüppchen, das sich des Nachts um das Zelt geschart hat. Nur morgens bin ich über das massenhafte Auftreten von Schafkötteln vor dem Zelt verwundert.

Gemütlich ist es nicht, nahe an der Zivilisation sind wir auch, also lassen wir das Frühstück ausfallen, packen zusammen und trapsen die Skipiste hinunter zurück zum Auto. Zurück unten im Tal ist von den Hängen links und rechts kaum etwas zu sehen, so tief hängen die Regenwolken. In Trondheim soll es trocken sein, also fahren wir erstmal dorthin, genehmigen uns auf dem Weg an einer Tankstelle Kaffee und Teilchen und tatsächlich hört der Regen auf. Wir nutzen die Gelegenheit für einen Spaziergang an einem der Hausberge der Stadt, ein bewaldeter Hügel, der gut als Naherholungsgebiet ausgebaut ist. Da Sonntag ist, befindet sich die halbe Stadt dort und wiederum die Hälfte hat rollende Langlaufsimulatoren an den Füßen. Im Wald hingegen verläuft es sich schnell und nicht nur begegnen wir keinem, wir schrecken sogar eine Elchkuh auf, die sich mit großem Getöse nur wenige Meter neben uns aus dem Unterholz erhebt und davontrottet. Unsere erste und auf viele Jahre hinaus einzige Elchsichtung in freier Wildbahn - so man den Hausberg von Trondheim dazu zählen mag.

Danach fahren wir in die Innenstadt, schauen uns den Nidarosdom und die alte Stadtbrücke an und spazieren durch die Fußgängerzone. Ob es am Sonntag liegt oder an den Corona, es ist jedenfalls recht ruhig. Mir fällt auf, dass sogar die Rasenflächen in der Stadtmitte an Hanglagen von den charakteristischen Querfurchen gezeichnet sind, die davon zeugen, dass dort zumindest früher einmal Schafe geweidet haben.

Wir kaufen uns noch eine belegte Foccaccia und brechen dann auf, bevor uns das Sauwetter wieder einholt. Mittlerweile ist klar, dass wir uns so langsam wieder südwärts wenden müssen und wettermäßig ist ab morgen eher das Landesinnere angesagt. Wir fahren also mal in die Richtung und ich recherchiere erst unterwegs, was es eigentlich mit dem Weltkulturerbe Røros auf sich hat und lese von den gut erhaltenen Kupferminen.

Der Wetterbericht indessen hat nicht übertrieben, es regnet zwischenzeitlich wie aus Kübeln und wir verlassen das Auto zunächst nicht mehr, erleben aber dennoch die zweite Tiersichtung an diesem Tag: Am Straßenrand treibt sich ein Grüppchen Rentiere herum.

Als wir in Røros sind, gießt es immer noch so sehr, dass ich mich kurzzeitig nach Island zurückversetzt fühle und als uns in der Stadt eine schöne, urige Unterkunft anlacht, überlegen wir nicht lange und buchen uns ein Zimmer im Erzscheidergarden. Die Unterkunft ist richtig toll, ein altes Holzgebäude mitten in der Stadt. Wir richten uns ein und als später der Regen tatsächlich aufhört, können wir noch einen Spaziergang durch die alten Straßen machen. Wir gönnen uns eine Pizza und legen uns danach früh schlafen.