24. 8. - Auf dem Geröllfeld zelten
Morgens ist es nach einer frostigen Nacht gleißend weiß vor dem Hotelzimmerfenster; die ganze Stadt liegt im Nebel, aber darüber ist es ein schöner Tag. Während des tollen Frühstücks - mit Waffeln - löst sich der Nebel weitgehend auf und wir machen nach dem Auschecken noch einen Rundgang um die Stadt und auf dem Gelände der alten Kupfermine. Die Brachen mit den aufsteigenden Nebelschwaden erinnern uns an die dampfenden Geothermalgebiete in Island.






In Røros
Als wir mit dem Rundgang fertig sind, ist der Himmel strahlend blau und einzelne Berggipfel haben frische Schneekuppen. Hinter Tynset suchen wir uns etwas zum Wandern: von einer bewirtschafteten Alm mit Kühen und Schafen führt ein Pfad zwischen flechtenbewachsenen Birken und niedrigen Wacholderbüschen auf eine nahegelegene Anhöhe, die Mana. Wir haben einen schönen Blick auf die sehr bewaldete Gegend und werden auf dem Rückweg von den Kühen neugierig begutachtet.




Almlandschaft bei Tynset
Beim weiteren Weg nach Süden entsteht ein Gefühl großer Abgeschiedenheit; war Norwegen bis jetzt schon nicht dicht bevölkert, wird es nun so richtig leer, die Abstände zwischen den Ortschaften sind riesig, Infrastruktur gibt es kaum, allenfalls mal einen Gasthof, der Einkaufsmöglichkeit, Cafe und Kneipe in sich vereint. Am Femundsee kommen wir durch endlose, flache Moore und Kiefernwälder, der Boden von Rentierflechte bewachsen, jedoch Rentiere sehen wir an dem Tag keine.
In Engerdal, der einzigen größeren Ortschaft weit und breit, kaufen wir noch ein paar Lebensmittel, staunen über das breite Sortiment des winzigen Coop-Marktes und schlagen uns dann über eine winzige Seitenstraße auf die Westseite des Engerensees und den Berg hinauf. Ich muss etliche Male ganz schön schlucken, denn die Straße ist richtig eng und uneben, aber am Ende kommen wir wohlbehalten oben an.
Der Weg führt ganz gemütlich erst durch Wald, dann über eine schon in herbstlichen Farben leuchtende Hochheide und schließlich über Geröllfeld zum Gipfel.


Auf dem Tverrfjellet
Je höher wir kommen, desto mehr merken wir den kalten Westwind, der uns schon den ganzen Tag über mehr oder weniger begleitet hat und der mir binnen kürzester Zeit die Wärme aus den Gliedern zieht, während Heiko sich dazu inspiriert sieht, auf dem Geröllfeld bei großartiger Aussicht einen Zeltplatz zu suchen - und ihn tatsächlich findet!

Nun tut es gut, sich in den Schlafsack zu kuscheln, aber auch dort dauert es ein wenig, bis meine Beine wieder warm werden. Nach einem vegetarischen Curry nebst Brötchen machen wir uns bettfertig. Später prasselt dann noch kräftiger Regen herunter, aber da liegen wir schon längst im Zelt.