Dienstag, 4. 6. - Strathy Point, Puffins, Orkney
Während des Frühstücks am nächsten Morgen geht erst einmal ein Regenschauer nieder, danach hält sich das Wetter aber einigermaßen, wobei klar wird, dass Norden heute “the place to be” ist. Da wir bis zur Fähre um eins noch etwas Zeit haben, steuern wir den Leuchtturm von Strathy Point an und spazieren den letzten Kilometer sehr idyllisch zwischen Schafweiden und Grasnelken bis zum Kap, wo sich der Blick weit entlang der Küste und der gischtenden See öffnet und wir einige Sonnenstrahlen erhaschen. Wir bewundern ausgiebig Schafe, Hühner und Klippen, dazwischen malerisch angeordnete Büschel von Grasnelken, und erschnuppern auf dem Rückweg vorbei am Farmhaus noch den Geruch eines Torffeuers.




Aussichten von Strathy Point und vom Puffinfelsen
Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher zu Puffin Cove, anscheinend ein echter Geheimtip: von einem Parkplatz an der Straße aus führt ein sumpfiger Feldweg auf direkter Linie an die Küste, von wo aus man einen vorgelagerten Vogelfelsen sieht; H. und ich wagen uns noch näher heran, indem wir bis zum Strand hinunterkraxeln, von wo aus man die knuffigen Vögel mit den dicken, orangefarbenen Schnäbeln schon mit freiem Auge recht gut sehen kann.



Überfahrt nach Orkney mit dem Old Man of Hoy
Danach fahren wir nach Scrabster zum Hafen und langweilen uns dort die obligatorische halbe Stunde, bis wir an Bord dürfen. Unsere Mitreisenden sind von der hübschen “Hamnavoe” sehr angetan und das trotz wenigen Windes deutlich spürbare Rollen der Fähre macht ihnen wenig aus. Während der Überfahrt reißt der anfangs noch gut bedeckte Himmel immer weiter auf und die Sandsteinklippen von Hoy zeigen ihre schönsten Farben. Das Entladen in Stromness geht wie gewohnt zügig und unter strahlend blauem Himmel überqueren wir Mainland bis zum Brough of Birsay, eine steinzeitliche Siedlung auf einer Insel, die nur bei Ebbe zugänglich ist. Im Sommer soll es dort Eintritt kosten, aber anscheinend hat der schottische Sommer noch nicht begonnen, denn das Kassenhäuschen ist noch nicht aufgebaut. Zusammen mit nur wenig anderen Besuchern schlendern wir durch die gras- und blumenbewachsenen Ruinen und machen noch einen Rundgang um die Insel, an deren felsiger Nordseite zahlreiche Seevögel brüten. Nach einem Sandwich aus dem Dorfladen und einer Runde um den Earl’s Palace geht es weiter über die Churchill Barriers, die malerisch in der Abendsonne liegen, bis St. Margaret’s Hope und danach zurück nach Kirkwall auf ein Abendessen. Kirkwall liegt ebenso ruhig und verlassen da wie im September, trotz des Kreuzfahrtsschiffs, das auch diesmal im Hafen vor Anker liegt, einzig die vielen lautstarken Krähen im Kirchhof der Kathedrale erregen bei Bärbel und Rosa Missfallen.



Der Hafen von Stromness samt unsere Fähre, die Stones of Stenness im Abendlicht, Gemäuer in Kirkwall
Zum Sonnenuntergang schauen wir bei den Stones of Stenness und dem Ring of Brodgar vorbei und genießen die Lichtstimmung, gefolgt von einem Abendspaziergang durch das düstere Stromness, während wir darauf warten, dass es zehn Uhr wird und wir die Kabinen auf der Fähre beziehen dürfen. Diesmal gelingt es uns mit vereinten Kräften sogar, immerhin ein Haus zu entdecken, das mit Walknochen verziert ist.
Am Hafen nimmt uns der selbe Angestellte der Fährgesellschaft in Empfang, der uns schon letztes Jahr begleitet hat, und witzigerweise erkennt er auch uns wieder. Es war ein langer Tag und wir sinken müde in die Kajüte - die Fähre wird morgen schon um halb sieben wieder ablegen und dann dürfen wir mit dem Frühstück nicht allzu sehr trödeln, bevor wir wieder in Scrabster ankommen.
