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Donnerstag, 13. 9. 18 - Loch Brora, Fasanenhügel, Dunbeath, Wick, John O’Groats I, Dunbeath

Donnerstag, 13. 9. 18 - Loch Brora, Fasanenhügel, Dunbeath, Wick, John O’Groats I, Dunbeath

In der Nacht höre ich gelegentlichen Regen, morgens ist es trocken, aber mit ungewissen Aussichten, so dass wir zügig das Lager abbrechen und den Morgentee am Kofferraum kochen. Wo kurz unterhalb des Parkplatzes ein kleiner Bach ins Meer mündet, bedecken neongrüne Algen die freiliegenden Felsen. 

Unter dräuendem Himmel schlägeln wir uns über den Feldweg und die winzige Straße zurück zur Hauptstraße und biegen in Brora rechts ein Richtung Highlands, wo es Wandermöglichkeiten geben soll. Durch urtümliche Wälder voll niedriger Laubbäume und an vereinzelten Gehöften vorbei sehen wir bald zur Linken den Loch Brora, einen großen See mit niedrigen Hügeln auf der anderen Seite und einer kleinen Insel, die, wie wir später lesen, menschengemacht ist. Hinter dem See folgen wir zu Fuß einer Forststraße in den Wald, wo links und rechts reichlich Fasane ihr Unwesen treiben. Oberhalb der Baumgrenze dann öffnet sich der Blick in ein Hochlandtal, wo die Landschaft sich schlagartig verändert: Hinter uns noch sattgrüne Weiden, die gerade beginnen, in gelbliche Herbstöne überzugehen, vor uns das Rostbraun des absterbenden Farnkrauts und das dunklere Braun der Heide. Voraus liegen einige entfernte Ruinen und vor allem ein düster regenverhangener Himmel, so dass wir kehrt machen. 

Bei Dunbeath

Nordwärts entlang der Küste wird es hügeliger, einsamer und die ersten Klippen tauchen auf. Der nächste größere Ort ist das Dorf Dunbeath, wo wir direkt hinter dem Hafen einen guten Picknickplatz finden, der sich auch zum Zelten eignen wird. Auf der anderen Seite der Bucht führt ein Trampelpfad zu einigen Felsformationen und bis unter das Schloss Dunbeath, das schneeweiß über das Meer hinausblickt. Nach einem Spaziergang dorthin wenden wir uns weiter Richtung Norden, wo wir in Wick anhalten, eine Portion Fish & Chips essen und die kürzeste Straße der Welt bewundern, den Ebeneezer Place, der nur so breit ist wie die Eingangstür des daran gelegenen spitzwinkeligen Gebäudes.

Die nächste Station ist John O’Groats, wo wir eine Klippenwanderung zu den Sea Stacks machen wollen, allerdings schüttet es, als wir dort ankommen und der Himmel verspricht auch für die nächsten Stunden eine äußerst instabile Wetterlage. In einem Souvenirladen, wo ich zwei Postkarten kaufe, entdecke ich auch eine Karte der Whaligoe Steps, wo ich daraufhin unbedingt hinwill, wir aber auf dem Rückweg nach Dunbeath erstmal vorbeirauschen, da kein Schild oder ähnliches von ihrer Existenz zeugt.

Als wir wieder in Dunbeath ankommen, ist es bewölkt, aber trocken und wir erkunden noch kurz den Dunbeath Heritage Trail, den wir von der Mühle bis zur ersten Brücke entlangspazieren. Dann ist es auch schon Abend und Zeit, das Zelt aufzubauen. Nach einer kurzen Bekanntschaft mit einem schräg aussehenden Paar am Picknickplatz, die einen Armvoll Seetang sammeln, ziehen wir uns ins Zelt zurück. Die Brandung ist ganz nah und mitten in der Nacht, als die Flut voll da ist, gefühlt direkt unterm Zelt.

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SoundRecord 2018 09 13 19 36 39
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