Montag, 3. 6. - Corrieshalloch Gorge, Highlands, Golspie, Dunrobin, Brora, Glen Loth, Thurso
Nachdem alle Beteiligten morgens Lichtschalter und Bratpfanne für das Rühreifrühstück gefunden haben, machen wir uns relativ zügig von dannen. Der Plan ist, nach einem Abstecher an die Corrieshalloch Gorge - ein Tip aus dem im Ferienhaus ausliegenden Blättchen - der Westküste nach Norden zu folgen, abends in Thurso zu übernachten und morgen mittag die Fähre nach Stromness zu nehmen. Das Wetter ist bedeckt, hält aber noch einigermaßen und der Spaziergang an der Corrieshalloch-Schlucht ist wunderschön, durch krautiges Unterholz und verwunschenen, moosbewachsenen Nadelwald. Blicke in die tiefe Schlucht tun sich erst nur vereinzelt auf, dann geht es über eine Hängebrücke und einen Gittervorsprung. Dank des kräftigen Regens gestern tost und rauscht braune Wildbach in der Schlucht, am Wegrand macht mit kräftigem Aroma blühender Bärlauch auf sich aufmerksam.
Als wir in Ullapool für einen Stadtrundgang anhalten, hat das Wetter schon wieder ausgelassen und es bleibt bei einem kurzen Kaffee. Einige Kilometer legen wir so im prasselnden Regen bei null Sicht zurück, bis ich den Wetterbericht neu sichte und wir uns auf einen Abstecher an die Ostküste einigen - dort soll es besser sein und auch diesmal enttäuscht die Präzision des schottischen Wetterberichts uns nicht, schon bald darauf hört der Regen auf und die Wolkendecke lichtet sich. Als wir nach der Fahrt über gewundene Hochlandstraßen, vorbei an wenigen einsam gelegenen Gehöften und vielen Schafen in Golspie ankommen, kann sich die Sonne schon stellenweise durchsetzen.



Colafluss und der Eislaufteich des Herrn von Dunrobin Castle
Der Big Burn Walk zwischen frischem Frühlingsgrün und Lichtungen voller bluebells ist um diese Jahreszeit noch schöner als im Herbst, im skating pond spiegelt sich der Rhododendron und an den Hängen der Schlucht leuchtet in den unmöglichsten Nischen sattgrün der Bärlauch. Der Big Burn ist kräftig angeschwollen und tost torfbraun und so stark schäumend in seinem Bett zu Tal, so dass wir ihn “Colafluss” taufen.




Dunrobin Castle nebst Gärten und Greifvogelschau
Ein paar Kilometer weiter halten wir schon das nächste Mal am Dunrobin Castle; mittlerweile muss man auch für das Betreten der Gärten Eintritt entrichten, da wir aber gerade zurecht zur Greifvogelschau kommen und danach noch einen Rundgang durch die Räume unternehmen können, hat sich das auf alle Fälle gelohnt. Nach einem kurzen Stop in Brora auf einen Besuch im Wollgeschäft und im Supermarkt geht es durch das Glen Loth zur letzten Station des Abends, nach Thurso. Wie bestellt liegen die Highlands in wechselndem Licht, getupft von Sonnenflecken, da, Ginsterbüsche leuchten, Bäche und Seen blitzen in der Sonne, Schafe und Lämmer drapieren sich idyllisch in die Landschaft. Kurz vor Thurso kommen wir über einen Hügel und sehen die roten Sandsteinklippen von Dunnet Head und im Hintergrund die Insel Hoy aus dem Meer aufragen.
Im historischen Pentland Hotel angekommen, ist bei unseren Mitreisenden ziemlich die Luft raus, doch H. und ich machen uns noch auf einen kleinen Bummel durch die Stadt und an den Strand, wo wir auf den Kadaver eines gestrandeten Buckelwals treffen. Später fallen wir zu viert in die nahegelegene Imbissbude ein, wo es durchaus leckere Pizza gibt.
