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Norwegen 2019 - der Norden

Norwegen 2019 - der Norden
Unterwegs zum Barden

Schweden/Norwegen 2019, 6. - 19. 7.: Die Wunschliste für den Urlaub:

  • Wandern, bis die Fußsohlen glühen - jep.
  • Einen Wasserfall sehen, der aus einem Bergsee entspringt - nein, dafür gab es auf Senja und den Lofoten zuwenig große Bergseen und weiter südlich sind wir nicht mehr gekommen.
  • Auf einem Fjell zelten - des öfteren
  • Ein paar sonnige Abende, an denen man vorm Zelt sitzen kann - dito
  • Ein paar Lagerfeuer - hat sich nie ergeben. Holz zu feucht oder nicht da oder generell keine Zeit, keine Zeit!
  • Einmal die Mitternachtssonne über dem Meer sehen - auch des öfteren
  • Einen Berg besteigen - je nach Definition, von der Anmutung her definitiv und nicht nur einen
  • Einmal einen Tagesmarsch weg vom Auto sein - kommt auf den Tag an, etliche Stunden weg auf jeden Fall.
  • Einen Polarfuchs, einen Elch und ein Rentier sehen - ein Strandrentier auf Senja-Flatneset, der Rest bleibt fürs nächste Mal
  • Den Polarkreis überqueren - Zu Lande und in der Luft. Zu Wasser bleibt fürs nächste Mal.
  • Schwimmen - kurz versucht am Torneträsk, dann sämtliche Ambitionen abgelegt. Brr!


Die Realität oder: Die Geschichte von den Bergen, der Sonne und dem Totalschaden

Freitag, 6. 7. 19 - Die Fähre, das Schwein und die Mücken
Wir starten diesmal ziemlich urlaubsreif in unsere Reise. Bei H.s Arbeitsplatz ging in der letzten Woche noch die Welt unter, sodass die Arbeitsbelastung groß war, andererseits alle Reisevorbereitungen an mir hängenblieben, was mich wiederum etwas forderte. Vielleicht lag es daran, vielleicht auch an der diesmal etwas längeren Anreise, dass
Samstag, 7. 7. 19 - Tempomat auf 85 oder: Der lange Weg nach Norden
Dank der inneren Uhr ist es gegen sieben endgültig mit dem Schlafen vorbei, was mir auch ganz recht ist, denn das Morgenprogramm, eine Runde Torsjöleden, hatte ich mir schon zurechtgelegt. Der Himmel ist bedeckt, es ist jedoch kein Regen angesagt und so stapfe ich unverdrossen durch den sommerlichen Nadelwald. Manches
Sonntag, 8. 7. 19 - Lapland in the sun oder: So ziemlich im Flachen
Der Regen prasselt die ganze Nacht hindurch aufs Zelt, hört aber gegen Morgen wie versprochen auf und als wir abbauen, sind bereits die ersten Wolkenlöcher am Himmel zu sehen - es soll ein sonniger Tag werden. Wir brechen ohne Frühstück auf mit der Aussicht, in den nächsten Supermarkt einzufallen und
Montag, 9. 7. 19 - In die Baltsfjord-Prärie
Gegen drei Uhr werde ich davon wach, dass die Sonne über den Bergkamm geklettert kommt und ins Zelt scheint und nutze die Stunde zu einer Pinkelpause. Danach kann ich nicht mehr wirklich einschlafen, sondern ruhe im offenen Schlafsack und genieße das Vogelzwitschern und das Summen der Hummeln in den Blüten.
Dienstag, 10. 7. 19 - Waffeln mit Käse, Husoy und der unerwartete Berg
Als ich aufwache, tut mir jeder Muskel weh, die Beine, der Trizeps vom ungewohnten Gebrauch der Stöcke und, besonders merkwürdig, meine Bauchmuskeln. Später am Tag finde ich heraus, dass letzteres vom Balancieren über die Steine kommt - kilometerweit geradeaus latschen, kein Problem, aber ich bin eben doch Widder, kein Steinbock.
Mittwoch, 11. 7. 19 - Die Funzel im Tunnel
Das nächste Mal werde ich davon wach, dass Gunnar Heikos Namen ruft - es ist kurz nach sieben, die Wolken haben über Nacht Junge bekommen und füllen die Täler und Fjorde ringsum komplett aus, unter dem blauen Himmel liegt das Gipfelplateau wie eine abgelegene Insel im Sonnenschein und Gunnar bringt
Donnerstag, 12. 7. - Das wichtigste Urlaubsaccessoire und mehr Wolkentuchfühlung
Morgens ist es wieder bewölkt und der Fjord liegt bleigrau und ruhig zwischen den Berghängen. Beim Waschen mit Meerwasser sehe ich einen schwarzen Krebs, der im Gegensatz zu mir nicht besonders erfreut über die Begegnung scheint und rasch unter dem nächsten Stein verschwindet. Zurück am Auto beschließen wir, die Bootsfahrt
Freitag, 13. 7. - Ein See, eine Kette, ein Rentier
Als ich morgens kurz aus dem Zelt luge, umgibt uns erneut eine weiße Wolkendecke, so dass ich mich wieder aufs Ohr lege. Beim nächsten Mal ist schon ein diffuses Leuchten zu erkennen: Die Wolken heben und verstreuen sich, die Sonne kommt durch, mit sehr dekorativem Effekt für die ohnehin schon
Sonntag, 14. 7. - the great fuel scare oder: Sonnenflecken sind ihr Hobby
Morgens ist es wieder bewölkt, so dass wir nach dem Frühstücksbrei zusammenpacken und uns an den Abstieg machen. Ruck-zuck sind wir wieder an der Einstiegsstelle. Den Kaffee haben wir diesmal ausfallen lassen, da wir ihn in Hamn i Senja einzunehmen gedenken. Das Ressort aus Hotel und Ferienhäuschen ist in Form
Montag, 15. 7. - The right lane is the correct lane
Der Morgen ist wie so oft ein bisschen bewölkt; diesmal hängen Federwolken in verschiedenen Höhenlagen sehr dekorativ über dem Bergsfjord und den umliegenden Gipfeln. Wir sparen uns das Frühstück zugunsten von Kaffee und Teilchen in Skaland, aber der Rückweg zieht sich heute ein bisschen. Wir sind uns einig: Absteigen macht
Dienstag, 16. 7. 20 - Der verlorene Kampf zu Ramberg
Nach einem sehr spartanischen Frühstück im Hotel machen wir noch einen zweiten kleinen Stadtrundgang, auf dem wir sowohl etwas zu essen als auch ein paar Souvenirs einkaufen - auf einem Sami-Markstand erwerbe ich ein Rentierfell und eine Kuksa. Selbige wird später noch das Misstrauen von Sicherheitskräften auf sich ziehen, da
Mittwoch, 17. 7. - Der Tag, an dem das Auto beinahe repariert worden wäre
Tatsächlich ist unser guter Samariter am nächsten Morgen pünktlich zur Stelle, um uns bei der Werkstatt abzuliefern - eine Tat, für die wir ihm gar nicht genug danken können. Auf dem kurzen Weg unterhalten wir uns noch mit ihm über die Wildcamper, zu denen er ein gespaltenes Verhältnis pflegt, und
Donnerstag, 18. 8. - Der Tag, an dem wir das Auto nach Lettland verkauften
Als wir am nächsten, erneut sonnigen Morgen wieder auf den Hof der Autowerkstatt gestiefelt kommen, ist man nicht sehr überrascht, uns zu sehen - schließlich steht das Auto ja wieder vor der Tür. Die oberflächliche Diagnose lautet “Turbolader hinüber”, eine Reparatur lohnt sich nicht - jedenfalls nicht hierzulande. Darauf folgt
Freitag, 19. 8. - Norwegian Airports
In der Nacht war Wind aufgekommen, der Morgen allerdings ist klar und sonnig. Mit viel Wehmut machen wir uns auf den Weg zurück nach Leknes. Im Supermarkt kaufen wir noch eine Biola, ein Knäuel Sockenwolle in Blautönen und ein paar Weingummis, dann machen wir uns auf den Weg zum Flughafen,
Fazit
Eine monumentale Reise; an viele Ausblicke und Erlebnisse denke ich mit großer Ehrfurcht zurück. Großes Wetterglück zusammen mit der beeindruckenden Landschaft Senjas haben den Grundstein für längere Wanderungen mit dem Rucksack gelegt und Schlafplätze in luftiger Höhe waren der Lohn. Die klare Luft und das kristallene Licht des Polarsommers, die