Norwegen 2020 - der Süden
Reisen im 1. Coronajahr 2020 bleibt bis kurz vor dem Aufbruch eine Wundertüte. Schon im Winter hatte ich keine Lust auf Reiseplanung, im Frühling dann waren alle Grenzen dicht, jeder hatte Angst vor dem Virus und keiner wusste, ob man an Urlaub überhaupt denken darf. Im Frühsommer dann Entspannung in Deutschland; geplant ist die Reise für Mitte Juni, Norwegen ist noch dicht, in Schweden liegt auf den Höhen noch reichlich Schnee, ich überlege, plane, konsultiere die Schneekarten auf senorge, schwankend zwischen Skuleskogen und noch sehr winterlichem Fulufjäll. Dann steigt die Inzidenz in Schweden plötzlich sprunghaft an, Quarantäne bei Wiedereinreise wäre unumgänglich und wir werfen alles noch einmal über den Haufen, planen den Urlaub um auf Mitte August.
In der Zwischenzeit öffnet Norwegen für Reisende aus Deutschland und Dänemark die Grenzen wieder, womit die Wahl des Reiseziels klar ist - Norwegen ohne Reisebusse, ohne Kreuzfahrt- und Überseetouristen, fuck yeah! Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit habe ich mich mit der Vorausplanung zurückgehalten und nur ein paar Ziele im Ärmel. Der Zeitpunkt ist ideal, um ein paar der touristischen hot spots anzusteuern.
Norwegen allerdings wünscht nicht, dass man über Schweden einreist und so können wir diesmal nicht mit Zwischenstopp bei Heikos Eltern über Trelleborg anreisen, sondern müssen den Weg über Dänemark und die zu der Zeit noch verkehrende Katamaranfähre nach Kristiansand nehmen. Die Überfahrt buchen wir erst eine Woche vorher, denn alles hängt an den langsam wieder steigenden Inzidenzen in Dänemark und Deutschland und es bleibt spannend bis zum Schluss. Kurz vor der Abreise lese ich dann noch, dass die dänischen Grenzer als Beleg für die Durchreise nicht nur das Fährticket, sondern auch eine gebuchte Übernachtung in Norwegen zu sehen wünschen - da müssen wir dann mittels booking und Stornooption etwas fingieren.
Die Tage vor der Abreise sind dann trotz großer Hitze etwas entspannter als im letzten Jahr, H. ist im home office und kann vieles nebenher erledigen und die Vorfreude auf das klimatisierte Auto ist groß. Am frühen Abend des 12. 8. geht es dann los Richtung Flensburg, wo wir ein Hotel direkt an der Förde gebucht haben. Wir kommen gut durch und die Fahrt macht Spaß, auch wenn es beim KFC keinen Milchshake gibt - “wegen Corona”. Isklar.
Als wir in der Nähe des Hotels aus dem Auto steigen, ist es im Vergleich herrlich kühl und man kann das Meer riechen. In der Nacht benutzen wir zum ersten Mal seit Tagen mit Genuss unsere Bettdecken.













