Samstag, 2. 9. 17 - Anreise
Den ganzen Tag trabe ich unruhig durch die Wohnung. Wir gehen Packlisten durch und tragen Gepäckstücke von A nach B, deren Gewicht Heiko eifersüchtig überwacht. Um viertel nach sechs kommt Tom und bringt uns zum Flughafen. Während wir einsteigen, geht ein Platzregen nieder und Essen verabschiedet sich mit einem Regenbogen.
Nach kurzer Suche ist der airberlin-Schalter gefunden, die Formalitäten am Flughafen sind schnell erledigt. Sitzen am Gate mit Blick auf das wuselige Rollfeld, über das die Dämmerung langsam fällt. Ich kaufe Schokolade mit Haselnüssen im duty free. Dann ist es Zeit zum Einsteigen. Der A320 ist gut ausgebucht. H. amüsiert sich über Stewardessenpantomime und erklärt, warum man die Sauerstoffmaske tatsächlich mit einem Ruck zu sich heranziehen sollte.
Dann fliegen wir mit gedämpften Kabinenlichtern durch die klare Nacht, vor Augen immer den noch leuchtenden westlichen Horizont, den Geist des vergangenen Tages. Dazu gesellt sich nach einiger Zeit ein anderes, blasseres Leuchten im Norden, das ich mit zunehmender Faszination betrachte. Nordlichter? Eine Durchsage des Kapitäns eine halbe Stunde vor Landung bestätigt: Nordlichter. Weniger bunt als auf den Bildern und irgendwie undeutlicher, aber: Nordlichter, und dabei sind wir noch nicht einmal in Island.
Der Flughafen deutlich größer als angenommen, draußen Nieselregen und tief hängende Wolken und unser Shuttle zum Guesthouse kommt nicht daher. Es dauert noch gut eine Stunde, bis wir in unserer spartanischen Hütte liegen und, nach dem fehlgeschlagenen Versuch einer heißen Dusche, zügig einschlafen.