Dienstag, 25. 7. - Lyngenfjordrundfahrt, Strandpromenade und Pfingstrosen Ende Juli
Als wir aufwachen, haben sich die dicken Wolken wieder verzogen und die Sonne scheint. Da wir gestern gar nicht mehr am Seeufer waren, fassen wir den Entschluss, zusammenzupacken und dort zu frühstücken. Und passenderweise haben sie uns sogar eine Picknickbank ans Ufer gestellt!







Morgens am Rottenvikvatnet
Danach stapfen wir die steile Schotterstraße wieder hinunter, wobei wir direkt wieder vom Greifvogel verwarnt werden. Im unteren Drittel kommen uns dann die ersten Wanderer von unten entgegen. Ich bin an der Stelle nicht mehr sicher, ob ich hier bergauf oder bergab vorziehen würde, auch wenn bergab deutlich weniger schweißtreibend ist.


Für heute abend haben wir uns ein Zimmer im Clarion Hotell With in Tromsø gebucht, direkt am Hafen. Auf direktem Wege sind wir in zwei, drei Stunden dort, so dass wir uns zu einer kleinen Rundfahrt um den Lyngenfjord entschließen. Wir nehmen die Fähre von Lyngseidet nach Olderdalen, fahren dann bis an die Fjordspitze und drehen uns von dort aus wieder nordwärts Richtung Tromsø. Die Aussichten von Fähre und Straße sind atemberaubend: Klares blaues Wasser, Berge, Schneefelder, Gletscher und Blumen.


In Skibotn machen wir einen kleinen Spaziergang; hier wurde hinter der Herz-Lungen-Rehaklinik eine "Strandpromenade" angelegt, ein kinderwagentauglicher Weg durch Kiefernwald entlang am Fjord, der hier flach und sandig ist. Der Wald versetzt uns an die Ostsee zurück, nur die schneebedeckten Berge, die zwischen den Bäumen durchblitzen, stören das Bild deutlich.
Auf der E8 zwischen Oteren und Nordkjosbotn wird es kurzzeitig sehr waldig und wir fühlen uns wie tief im Gebirge, aber die Illusion hält nicht lange an, denn bald ist das Meer wieder da.
Am späten Nachmittag dann sind wir in Tromsø. Wir strecken uns ein bisschen auf unserem Hotelbett aus, lesen und genießen die Aussicht auf den Hafen, dann essen wir relativ früh zu abend und machen einen Spaziergang zum 3 Kilometer entfernten arktisch-alpinen botanischen Garten. Er gehört zur Universität und konkurriert mit Murmansk um den Titel des nördlichsten botanischen Gartens der Welt. Er liegt wunderschön an einem Hang, beherbergt unendlich viele Pflanzen - viel mehr, als wir mit unserem sehr begrenzten Wissen würdigen könnten -, und schöne kleine Ecken wie einen Birkenhain, in dem verschiedene Sorten von Blaumohn gepflanzt sind. Leider blüht keine mehr, aber die Pfingstrosensammlung steht in voller Blüte, was mich als Fan dieser Blumen sehr begeistert. Es gibt auch einen großen Steingarten voll mit Steinbrech, der gerade von einem Gärtner liebevoll vom Moos befreit wird - "everything wants to kill it", sagt er dazu. Wir finden auch den Bachsteinbrech aus dem Lyngdalen dort wieder. Eine andere Ecke versammelt dekorative Staudenpflanzen aus nordnorwegischen Gärten.





Tromsø
Als wir genug Pflanzen besichtigt haben und es langsam spät wird, machen wir uns auf den Rückweg Richtung Hotel, nicht ohne uns an der Tankstelle gegenüber des Gartens noch mit einem Kaffee versorgt zu haben. In einem Imbiss am Hafen gibt es dann noch für jeden ein Softeis - das einzige des Urlaubs -, das wir mit Blick auf die Boote verspeisen. Der Hafen liegt im Schatten, aber oben auf den Hängen liegt unverdrossen der Sonnenschein. Was für ein Abschluss..!
Am nächsten Morgen sind wir nach einem leckeren Frühstück überpünktlich am Flughafen, der weiterhin als Baustelle auftritt. Nachdem wir im Hauptgebäude das Gepäck aufgegeben haben, müssen wir für die Sicherheitskontrolle in die provisorische Halle, in der wir auch angekommen waren. Alles ist sehr klein, aber der überschaubaren Menge an Reisenden angemessen. Wir steigen pünktlich in die Maschine, dann wirft unser Zielort seinen Schatten voraus - wegen eines Problems in Düsseldorf müssen wir noch eine halbe Stunde warten, bis es losgehen kann. Der Flug vergeht dennoch schnell und am frühen Nachmittag sind wir wieder zuhause, um viele Erfahrungen reicher und mit unseren glücklichen Katzen wieder vereint.